Modernisierung der Gehaltskassenleistungen

Im vergangenen Jahr haben es sich die Obleute zum Ziel gesetzt, die (Sozial-)Leistungen der Gehaltskasse an die zeitgemäßen Bedürfnisse der Apotheker/innen anzupassen.

Zeitgemäße Leistungsgewährung, Angemessenheit und soziale Treffsicherheit einerseits sowie eine Verwaltungsvereinfachung andererseits waren Maßgabe für die erfolgten Änderungen. Das dabei entstandene Paket wurde nach positiver Beurteilung durch den Vorstand in der Delegiertenversammlung am 28.11.2018 beschlossen.

Folgende Bestimmungen gelten ab 1.1.2019 in der neuen Fassung:

1) Abfertigungsvergütung
2) AlleinerzieherInnen-Unterstützung
3) Gehaltsvorschüsse
4) Krankheitsvergütung
5) Landapothekenunterstützung, Urlaubsunterstützung
6) Nachlassunterstützung
7) Stellenlosenunterstützung
8) Todesfallbeitrag
9) Mitgliedsbeiträge
10) Stipendien

1) Abfertigungsvergütung

Die Richtlinie wurde dahingehend präzisiert, dass zur Erlangung der Vergütungsleistung neben der notwendigen Nachbesetzung des ausscheidenden Dienstnehmers auch:

  • das Gesamtdienstausmaß aller pharmazeutischen Fachkräfte vor und nach dem Ausscheiden des Dienstnehmers unverändert bleiben muss (also nicht anderweitig ein Personalabbau bei den Pharmazeuten stattfinden darf) sowie
  • der Offizinumsatz zum Gesamtausmaß der Beschäftigung von pharmazeutischen Fachkräften Berücksichtigung finden muss.
     

2) AlleinerzieherInnen-Unterstützung

Die Höhe der AlleinerzieherInnen-Unterstützung wurde angehoben und beträgt:

für das Jahr 2018:  
für das älteste Kind: max. 800,- € pro Kalenderjahr
für jedes weitere Kind: max. 400,- € pro Kalenderjahr

 

für das Jahr 2019:  
für das älteste Kind: max. 1.000,- € pro Kalenderjahr
für jedes weitere Kind: max. 500,- € pro Kalenderjahr

 

für das Jahr 2020:  
für das älteste Kind: max. 1.200,- € pro Kalenderjahr
für jedes weitere Kind:  max. 600,- € pro Kalenderjahr


3) Gehaltsvorschüsse

Der Gehaltsvorschuss zur Wohnraumbeschaffung wurde angehoben:

bei einem Dienstausmaß:  
bis 5/10: bis zu 15.000,- €
ab 6/10: bis zu 30.000,- €


Die Anzahl der Rückzahlungsraten wurde von 48 auf 60 erhöht.
Die Inanspruchnahme ist (weiterhin) 2 Mal möglich, die Vorgabe, dass zwischen den beiden Inanspruchnahmen ein Zeitraum von mindestens 15 Jahren liegen muss, entfällt. Unserer Verwaltungsübung entspricht es, dass auch laufende Gehaltsvorschüsse aufgestockt werden können.

4) Krankheitsvergütung

Die Vergütungsleistung für einen Krankenvertreter bleibt aufrecht und unverändert. Das sogenannte „Mehrleistungspauschale“ wurde allerdings gestrichen. Ausschlaggebend für die Streichung waren die geringe Inanspruchnahme sowie ein umständliches Procedere.

5) Landapothekenunterstützung, Urlaubsunterstützung

Für neue Apothekenbetriebe mit einem Eröffnungsdatum nach dem 31.12.2018 werden die beiden genannten Leistungen ab der jeweiligen Eröffnung für maximal 5 Jahre gewährt. Die Praxis hat gezeigt, dass Neueröffnungen mit vernünftigem Entwicklungsverlauf keiner längeren Unterstützung bedürfen.

6) Nachlassunterstützung

Diese Unterstützungsleistung an Apothekenbetriebe griff nur für einen kleinen Nutzerkreis mit geringem Output bei gleichzeitig sehr aufwendiger Berechnung. Die Leistung wird daher ab 1.1.2019 eingestellt. Die unten unter Punkt 9) angeführten angepassten Mitgliedsbeiträge für kleinere Betriebe sorgen nunmehr für einen Ausgleich.

7) Stellenlosenunterstützung

Bei der Bemessung der Leistungshöhe wird zukünftig ausschließlich auf das durchschnittliche Dienstausmaß der letzten zwei Jahre als angestellter Apotheker vor Eintritt der Stellenlosigkeit abgestellt. Zeiten einer Elternteilzeit zählen dabei nicht.

In der Richtlinie wurde zusätzlich die Möglichkeit geschaffen, dass in Ausnahmefällen eine Stellenlosenunterstützung auch dann gewährt werden kann, wenn kein staatliches Arbeitslosengeld gebührt. Hat ein Dienstnehmer parallel mehrere Dienstverhältnisse und wird eines von diesen beendet, so kann eine Stellenlosenunterstützung auch dann gewährt werden, wenn es aufgrund des Wegfalles von Teilen des Einkommens zu einem großen wirtschaftlichen Einschnitt kommt.

8) Todesfallbeitrag

Die Leistung „Todesfallbeitrag“ wurde aufgehoben, da diese ohnehin nur dem Nachlass und nicht dem Apotheker selbst zu Gute kam.

9) Mitgliedsbeiträge

Bei den Mitgliedsbeiträgen, die Mitglieder in der Abteilung der Dienstgeber an die Pharmazeutische Gehaltskasse zu entrichten haben, besteht seit vielen Jahrzehnten eine Benachteiligung jener Apothekenbetriebe, die keine pharmazeutischen Mitarbeiter oder nur pharmazeutische Mitarbeiter mit insgesamt einem Dienstausmaß von weniger als einem Volldienst (10/10) beschäftigen. Jene Betriebe mussten bisher höhere Mitgliedsbeiträge an die Gehaltskasse leisten als alle anderen Apothekenbetriebe. Diese Differenzierung wurde nunmehr aufgehoben, was für diese kleinen Apothekenbetriebe eine finanzielle Entlastung bedeutet.

10) Stipendien

Aufgrund der vorliegenden Arbeitsmarktzahlen und der Anzahl der stellenlosen Pharmazeuten kommt es bis auf Weiteres zur Aussetzung der Stipendien. Ab 1.1.2019 gibt es keine Neugewährungen mehr. Aktuellen Beziehern wird jedoch bis zum Abschluss des jeweiligen Studienabschnittes der Fortbezug gewährleistet.

 

Nähere Informationen:

E-Mail: office@gk.or.at
Tel.: +43 1 40414 210