Nachlassunterstützung

Seit 1. Jänner 2004 ersetzt die Pharmazeutische Gehaltskasse kleinen Apotheken, für die zum Stichtag 1. Jänner 2004 ein rechtskräftiger Konzessionsbescheid vorlag, den aus der Nachlass-Umstellung zum 1. Jänner 2004 resultierenden wirtschaftlichen Nachteil, sofern dieser Nachteil nicht durch das Ausgleichsmodell der Österreichischen Apothekerkammer ersetzt wird.

Wie kam es zu dieser Unterstützungseinrichtung?

Bis 31. Dezember 2003 mussten die Apotheken den begünstigten Beziehern umsatzabhängige Nachlässe von 1% bis 7,7% gewähren. Durchschnittlich wurden 7,6% Nachlass gewährt. Durch eine Änderung der Arzneitaxe wurden die Nachlässe gestrichen und der durchschnittliche Nachlass von 7,6% wurde in die Kassenpreise „eingearbeitet“. Dadurch erlitten jene Apotheken, die bis dahin weniger als 7,6% Nachlass gewähren mussten, einen wirtschaftlichen Nachteil.

Die Österreichische Apothekerkammer richtete ein standesinternes Ausgleichsmodell ein, mit dem dieser wirtschaftliche Nachteil teilweise oder zur Gänze – in Abhängigkeit von der Höhe des Privatumsatzanteils der einzelnen Apotheke – ersetzt wird.

Wieso bedarf es dann noch einer Nachlassunterstützung seitens der Gehaltskasse?

Das Ausgleichsmodell der Österreichischen Apothekerkammer ersetzt den entstandenen Nachteil bei jenen Apotheken nicht zur Gänze, die einen überdurchschnittlich hohen (über 28%) Privatumsatzanteil haben. Wenn eine solche Apotheke insgesamt sehr klein ist, dann springt die Pharmazeutische Gehaltskasse mit der Nachlassunterstützung ein und übernimmt den Rest des wirtschaftlichen Nachteils aus der Nachlass-Umstellung.

Was heißt „sehr klein“ in diesem Zusammenhang?

Maßgeblich sind die Umsatzgrenzen (Offizinumsatz!), die auch bei der Landapothekenunterstützung und der Urlaubsunterstützung der Pharmazeutischen Gehaltskasse Anwendung finden. Demnach wird der – nach Anwendung des Ausgleichsmodelles der Österreichischen Apothekerkammer – verbleibende Rest des aus der Nachlass-Umstellung resultierenden wirtschaftlichen Nachteils bei Betrieben mit einem Jahresumsatz

Von Bis Vergütungsprozentsatz
€ 0,- € 1.245.000,- 100 %
€ 1.245.001,- € 1.265.000,- 80 %
€ 1.265.001,- € 1.295.000,- 50 %
€ 1.295.001,-   0 %

vergütet.

Maßgeblich ist dabei jeweils ab 1. Juli eines Jahres auf die Dauer von 12 Monaten der Umsatz des Vorjahres.

Wie wird diese Unterstützung technisch abgewickelt?

Der wirtschaftliche Nachteil aus der Nachlass-Umstellung lässt sich als Prozentsatz des Umsatzes mit begünstigten Beziehern ausdrücken (z. B. vorher 3% Nachlass, jetzt 7,6% Nachlass in die Preise eingerechnet, ergibt 4,6% vom Umsatz mit begünstigten Beziehern als Nachteil).

Wenn nun die Österreichische Apothekerkammer diesen Nachteil in Höhe von 4,6% nicht zur Gänze ersetzt, sondern angenommen nur 3%, so verbleiben 1,6% vom Umsatz mit begünstigten Beziehern als Nachteil übrig. Diese 1,6% werden dann – wenn die Apotheke innerhalb der Umsatzgrenzen der Pharmazeutischen Gehaltskasse liegt – von der Pharmazeutischen Gehaltskasse als Nachlassunterstützung ersetzt, entweder zur Gänze oder nur zu 80% oder 50%.

Technisch erfolgt dies derart, dass monatlich bei der Rezepteinreichung dieser Prozentsatz vom Umsatz mit begünstigten Beziehern errechnet wird und der sich ergebende Betrag als Nachlassunterstützung der Apotheke gutgeschrieben wird.

Bedarf es dazu eines Antrages der Apotheke?

Nein, da alle notwendigen Daten in der Pharmazeutischen Gehaltskasse bzw. der Österreichischen Apothekerkammer vorhanden sind, erfolgt die Gewährung der Nachlassunterstützung automatisch, ohne dass es dafür eines Antrages bedarf. Die Apotheker werden schriftlich verständigt.

 

Nähere Informationen:

E-Mail: wufo@gk.or.at
Tel.: +43 1 40414 DW 260-262