Stipendien (allgemein)

Neben vielen anderen Leistungen gewährt die Gehaltskasse aus dem Wohlfahrts- und Unterstützungsfonds auch Stipendien an Studierende der Pharmazie. Die Gewährung von Stipendien stellt eine freiwillige Leistung der Gehaltskasse dar, auf die kein Rechtsanspruch besteht.

Was gibt es für Stipendien?

Es gibt zwei Arten von Stipendien, nämlich Stipendien bei Bedürftigkeit und Leistungsstipendien.

Welche Anspruchsvoraussetzungen bzw. -dauer gibt es?

Das Stipendium bei Bedürftigkeit setzt einerseits Bedürftigkeit und andererseits einen entsprechenden Studienerfolg voraus. Beides ist auch für die Erlangung der staatlichen Studienbeihilfe Voraussetzung, weshalb Bezieher der staatlichen Studienbeihilfe automatisch auch die Anspruchsvoraussetzungen für ein Stipendium der Gehaltskasse erfüllt haben.

Sollte der Studierende trotz Bedürftigkeit keine (oder nicht mehr) staatliche Studienbeihilfe erhalten, so kann er dennoch ein Stipendium der Gehaltskasse erlangen, wenn die festgesetzte Einkommensgrenze von 33.000,- € nicht überschritten wird (diverse Absetzbeträge werden gesondert berücksichtigt) und ein entsprechender Studienerfolg gegeben ist. So hat der Studierende in Anlehnung an das Familienlastenausgleichsgesetz 1967, BGBl Nr. 376/1967 jährlich den Nachweis über die Ablegung einer Teildiplomprüfung oder von Prüfungen in Pflicht- und Wahlfächern im Gesamtumfang von acht Semesterwochenstunden zu erbringen.

Studenten des Pharmaziestudiums (Diplomstudium), kann für den ersten Studienabschnitt für die ersten zwei Semester (+ ein Toleranzsemester), für den zweiten Studienabschnitt für die ersten fünf Semester (+ zwei Toleranzsemester) und für den dritten Studienabschnitt für die ersten zwei Semester (+ zwei Toleranzsemester) ein Stipendium der Gehaltskasse gewährt werden.

Studenten des Studiums der Pharmazeutischen Wissenschaften (Bachelor- und Masterstudium) kann für das Bachelorstudium für die ersten sechs Semester (+ zwei Toleranzsemester) und für das Masterstudium für die ersten vier Semester (+ zwei Toleranzsemester) ein Stipendium der Gehaltskasse gewährt werden.

Die Leistungsstipendien hingegen werden unabhängig von der Einkommenshöhe gewährt - hier zählen Studienerfolg bzw. Studiendauer. Die Zuerkennung erfolgt einmalig; ausschlaggebend sind die Leistungen im ersten Abschnitt und im zweiten Abschnitt . Die Studiendauer darf hier nicht mehr als die Mindeststudiendauer plus ein Semester betragen und der Notendurchschnitt des ersten bzw. des zweiten Diplomprüfungszeugnisses darf nicht schlechter als 1,75 sein.

Wer kann ein Stipendium erhalten?

Wie sich aus der oben angeführten Regelung ergibt, kann jeder, der die staatliche Studienbeihilfe bezieht, von der Gehaltskasse auch ein Stipendium wegen Bedürftigkeit erhalten.

Ansonsten gelten Österreicher, EWR-Bürger und EU-Bürger als antragsberechtigt; bei den Stipendien wegen Bedürftigkeit sind jedoch in besonderen Fällen Ausnahmen möglich.

Gibt es Sonderregelungen für die Kinder von Apothekern?

Teilweise. Bei Kindern von Apothekern wird bei Berechnung der Einkommensgrenze das schemamäßige Bruttoeinkommen der Eltern (= Apotheker) zugrundegelegt und um 15% vermindert, was eine deutliche Bevorzugung gegenüber anderen Stipendiaten bedeutet.

Wie hoch sind die Stipendien?

Die Höhe der Auszahlungsbeträge ist einheitlich und beträgt dzt. für das Stipendium bei Bedürftigkeit 800,- € pro Jahr; die Höhe des Leistungsstipendiums kann für den 1. Studienabschnitt 500,- € bzw. 1.000,- € betragen und kann für den 2. Studienabschnitt 1.000 € bzw. 2.000,- € betragen.

Muss der Empfänger eines Stipendiums auch Verpflichtungen eingehen?

Ja. Egal ob Leistungsstipendium oder Stipendium bei Bedürftigkeit, jeder Empfänger eines Stipendiums der Gehaltskasse muss sich schriftlich verpflichten, das erhaltene Stipendium in vollem Umfang zurückzuzahlen sofern er die von der Gehaltskasse gestellten Anforderungen nicht erfüllt, nämlich

  • innerhalb von 20 Semestern das Studium der Pharmazie erfolgreich zu beenden, wobei sich diese Frist bei Geburt eines Kindes um jeweils ein Jahr verlängert, sowie
  • vor Erreichen des 45. Lebensjahres drei Jahre Volldienst (oder aliquot längeren Teildienst) als Pharmazeutische Fachkraft in österreichischen Apotheken zu versehen.

Gibt es Ausnahmen von dieser Rückzahlungsverpflichtung?

Die Rückzahlung entfällt nur dann, wenn die Verpflichtung aus gesundheitlichen Gründen nicht erfüllt werden kann. In allen anderen Fällen fordert die Gehaltskasse das Stipendium (unverzinst) konsequent zurück, wobei Ratenvereinbarungen durchaus möglich sind.

Was gibt es für Antragsfristen?

Die Anträge auf Gewährung eines Stipendiums bei Bedürftigkeit sind jährlich, innerhalb der Antragsfrist vom 20. September bis 15. Dezember für das Wintersemester, sowie vom 20. Februar bis 15. Mai für das Sommersemester unter Beibringung sämtlicher Unterlagen zu stellen.

Anträge für Leistungsstipendien sind sechs Monate nach Beendigung des ersten Studienabschnittes bzw. sechs Monate nach Beendigung des zweiten Studienabschnittes zu stellen.

Wo erhalte ich die Antragsformulare?

Sämtliche Unterlagen, sowie die Antragsformulare sind bei der Pharmazeutischen Gehaltskasse, Spitalgasse 31, 1090 Wien, erhältlich.

 

Nähere Informationen:

E-Mail: wufo@gk.or.at
Tel.: +43 1 40414 DW 260-262

Links zu diesem Thema:

Formular: Stipendium
Formular: Leistungsstipendium
Formular: Verpflichtungserklärung